WIE KANN ICH MEINE FIRMA RETTEN?

GRUNDSÄTZE DER RESTRUKTURIERUNG
16. April 2019
GRÜNDE FÜR DIE UNTERNEHMENSNACHFOLGE
26. April 2019

Lesezeit: 3 min

WIE KANN ICH MEINE FIRMA RETTEN?

Die Firma retten zu müssen ist der Alptraum aller Unternehmer. Dabei kommt keine Krise aus heiterem Himmel, sondern zeichnet sich immer durch deutliche Warnzeichen ab. Dagegen hilft nur, Schwachstellen im Unternehmen frühzeitig zu erkennen und aktiv gegenzusteuern. Hier erfahren Sie, wie Sie als Unternehmer bei unruhigem Fahrwasser das Ruder in der Hand behalten, um zeitnah alles zu tun, damit Sie die Firma retten.

Die Chance, gar nicht erst in die Situation zu kommen, Ihre Firma zu retten, ist groß, wenn Sie Krisenanzeichen richtig deuten lernen. Während Sie bei exogenen Schocks wie Gesetzesänderungen, Ausfall eines Mitgesellschafters oder Schadensfällen meist nur noch mit einem Notfallplan reagieren können, zeichnen sich endogene Ursachen für eine sich anbahnende Krise frühzeitig ab. Denn unternehmerische Schieflagen folgen stets ganz bestimmten Mustern. Das gilt auch, wenn Ihre Firma sich noch in der Gründungsphase befindet. Selbst wenn Sie Ihre Unternehmensentwicklung bis ins Detail geplant haben, macht Ihnen die Praxis manchmal einen Strich durch die Rechnung.

Wenn eine junge Firma zu retten ist

Reflektieren Sie möglichst frühzeitig Ihre Planung und vergleichen Sie Erfolgsfaktoren mit den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, um Abweichungen auf die Spur zu kommen. Wenn Sie schon in der Anfangsphase die Firma retten müssen, resultiert das selbst bei einer zündenden Geschäftsidee aus einer Fehleinschätzung und zu späten Reaktionen. Möglicherweise haben Sie Ihre Zielgruppe nicht korrekt definiert oder bei Ihrer Marktanalyse Mitbewerber nicht ausreichend beachtet. Oft hilft es, Ihre Marketingstrategie auf den Prüfstand zu stellen: Erreichen Sie mit den bisherigen Maßnahmen wirklich Ihre Zielgruppe? Haben Sie genug in die Kundenakquise investiert? Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist Ihr Standort. Eventuell kann ein Umzug des Unternehmens Ihre Firma retten. In der Anfangsphase passiert es häufig, dass Zulieferer nicht die gewünschte Qualität bereitstellen. Die Folge sind Kundenreklamationen. Ein Wechsel bringt hohe Kosten mit sich. Viele Jungunternehmer unterschätzen die Produktionskosten. In Verbindung mit zu niedrigen Einnahmen kann sich schnell eine Krise ergeben. Wichtig ist, dass Sie nicht auf Standard-Lösungen setzen. Die richtige Strategie kombiniert kurz- und langfristige Maßnahmen für Ihr individuelles Unternehmensprofil, sodass Sie eine dauerhafte Perspektive erhalten, anstatt sich damit zu beschäftigen, die Firma zu retten.

Kettenreaktionen vermeiden

Als erfahrener Unternehmer sind Sie gewohnt, erfolgsorientiert zu agieren. Doch auch hier gilt es, frühzeitige Warnzeichen zu beachten und die Selbstbestimmung durch einen erfolgreichen Kurswechsel zu wahren. Sind Ihre Fixkosten hoch, kann es schnell zu Liquiditätsengpässen kommen, wenn der Markt sich plötzlich ändert. Einbußen Ihrer Liquidität treten ebenfalls häufig auf, wenn Ihre Zahlungsströme in letzter Zeit deutlich komplexer als in den Anfangsjahren Ihres Unternehmens sind. Schnell kann die Kontrolle aus der Hand gleiten, wenn anhaltende Verluste aus Ihrem Eigenkapital beglichen werden müssen, um die Firma zu retten. Als Konsequenz verschlechtert sich Ihre Bonität und Ihre Chancen auf Fremdkapital von der Bank schwinden. Ihre Zahlungsunfähigkeit gerät in Gefahr, wenn Ihre Kunden eine schlechte Zahlungsmoral pflegen und zu spät oder unvollständig Rechnungen begleichen. Vor allem, wenn Sie ständig in Vorleistung gehen oder von wenigen Großaufträgen abhängig sind, entsteht schnell eine Situation, in der es darum gehen kann, die Firma zu retten. Präventive Maßnahmen gilt es zu treffen, wenn Ihr Unternehmen in eine Branchen- oder Konjunkturkrise hineingezogen wird und Sie eine Kettenreaktion vermeiden möchten.

Eine Abwärtsspirale rechtzeitig erkennen

Wenn in Ihnen das erste Mal der Gedanke aufkeimt, dass Sie die Firma retten müssen, hat es schon vorher an der ein oder anderen Stelle Schwierigkeiten gegeben, die jedoch meist vom hektischen Tagesgeschäft überdeckt wurden. Das Augenmerk liegt in diesem Fall darauf, Ihr Risikomanagement nachzujustieren. Wenn Sie nicht wissen, an welchem Punkt Sie ansetzen sollen, ist es hilfreich, einen unternehmensfremden Berater einzubinden, der Sie dabei unterstützt, Fehlentwicklungen zu erkennen und langfristig Ihre Firma zu retten. Dieser Prozess geht auch mit einer Analyse der Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens einher. Denn sind Sie erst einmal in die Situation gekommen, dass Sie Ihre Firma retten müssen, bleibt keine Zeit mehr, um eine neue Perspektive zu entwickeln, da sich alles um Sofortmaßnahmen zur Abwendung einer größeren Krise oder sogar Insolvenz dreht.

Nahezu jedes unternehmerische Problem lässt sich lösen

Grundsätzlich gibt es in einem Unternehmen nahezu kein Problem, das sich nicht lösen lässt. Sie müssen allerdings bereit sein, schonungslos in den Spiegel zu schauen, um neue Erfolgspotenziale zu generieren. So kann Ihnen eine Restrukturierung helfen, wenn die Umsätze rückläufig sind und Visionen auf sich warten lassen. Neue Produkte oder Dienstleistungen, auch auf bislang nicht beachteten Märkten, haben vielen Unternehmen schon geholfen, eine Krise gar nicht erst entstehen zu lassen. Besteht die Gefahr von Liquiditätsschwierigkeiten, sollten Sie Ihr Forderungsmanagement rechtzeitig überdenken oder die Debitorenbuchhaltung nachjustieren. Entsprechende Maßnahmen wären, von Kunden Vorkasse zu verlangen oder eine neue Preispolitik in Angriff zu nehmen. Die Korrektur Ihres Liquiditätsmanagements startet in der Regel mit einem Kassensturz - je früher, desto besser.

Durch Schwachstellenanalyse zu einer soliden Basis

Viele Missstände lassen sich durch eine Reduktion der Kosten aus der Welt schaffen. Hier gibt es ganz unterschiedliche Ansatzpunkte. Erste Schritte wären mit Lieferanten bessere Bedingungen auszuhandeln oder die Kosten im Bereich Herstellung, Dienstleistung oder Personal zu straffen. In anderen Unternehmen mag eine Optimierung der Logistik oder der Ausstieg aus einem nicht mehr lukrativen Markt angebracht zu sein, um die Bilanzen zu verbessern. Der erste Schritt, die Firma zu retten, liegt in dem Bewusstsein, dass es nicht mehr so weitergehen kann wie bisher. Aus einer Analyse sämtlicher Schwachstellen kann eine tragfähige Struktur für die Zukunft entstehen, um Sie und Ihr Unternehmen langfristig auf eine solide Basis zu stellen. Für die notwendige Weitsicht empfiehlt es sich, zeitig professionelle Beratung mit an Bord zu holen.