LIQUIDITÄTSPLAN – ALS RETTER IN NOT

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Lesezeit: 4 min

LIQUIDITÄTSPLAN ALS RETTER IN NOT

Vorbeugen ist besser als Unternehmen abwickeln!

Mit einem durchdachtem Liquiditätsplan lassen Sie es gar nicht erst zur Insolvenz kommen.

Das passiert in den besten Kreisen einmal und kennt jeder Unternehmer, vom Vorstand einer Aktiengesellschaft über den Geschäftsführer einer GmbH, einer GmbH & Co. KG oder UG bis hin zum Selbständigen und Freiberufler: Es kann finanziell durchaus einmal sehr eng werden.

Da braucht sich bloß die Auftragslage unversehens verschlechtern oder eine Reihe von Kunden trotz bester Auftragslage nicht zahlen, während fällige Abbuchungen Ihr Geschäftskonto durchsacken lassen.

Von der Zahlungsstockung zur Deckungslücke direkt in den Liquiditätsengpass mit Überschuldung und Gefahr der Zahlungsunfähigkeit und der Ertragskrise ‒ ein verhängnisvoller Domino-Effekt.

Doch das sind keine unabwendbaren Phänomene.

Wer rechtzeitig seine Rücklagen und Reserven im Blick hat und sie mobilisieren kann, entgeht der Krisen spirale. Stellen Sie frühzeitig einen Liquiditätsplan auf! Er dient dem Controlling Ihrer Finanzen und der Insolvenz-Prophylaxe. Und mit seiner Hilfe können Sie die Ampel für den Cashflow in Ihrem Unternehmen auf Grün stellen und im besten Fall auf Grün halten.

Einnahmen und Ausgaben im Voraus ermitteln

Ein funktionierender Liquiditätsplan ist wie die präzise Kartographierung der finanziellen Verfassung Ihres Unternehmens. Damit lässt sich Ihr Liquiditätsstatus festhalten und seine voraussichtliche Entwicklung prognostizieren. Sie können jedes kalkulierbare Risiko und seinen Einfluss auf Ihre Finanzmittel berechnen und sozusagen schon vorab „einpreisen“.

Zum Vermessen brauchen Sie natürlich ein geeignetes Werkzeug. Dazu können Sie beispielsweise schon das gar nicht so komplizierte Excel-„Liquiditätstool“ einsetzen. Mit so einem Tool ermitteln Sie die Zu- und die Abflüsse Ihrer Kasse. Hier kurz ein Beispiel: Ihr aktueller Bar- und Kassenbestand bildet die Rechnungsbasis.

Dazu kommen die Einzahlungen, etwa die zu erwartenden Zahlungseingänge aus Verkäufen und erbrachten Dienstleistungen, die einbehaltene Umsatzsteuer, Zinserträge, Kredit aufnahmen, Steuererstattungen, die Abgänge von Anlagen oder ‒ bei Einzelunternehmern ‒ geleistete Privateinlagen.

Bei den Auszahlungen erfassen Sie Ihren Einkauf von Waren und Dienstleistungen, Kosten für Personal samt Sozialversicherungsbeiträgen sowie weitere Zahlungen etwa für Vorsteuer, Miete, Leasing und Gebühren, Tilgung von Krediten, Reisekosten oder ‒ bei Einzelunternehmern ‒ geleistete Privatentnahmen.

Wann signalisiert der Liquiditätsplan Handlungsbedarf?

Die gewöhnliche Buchführung macht lediglich die aktuelle Situation etwa beim Umsatz transparent. Dagegen zeigt Ihr Liquiditätsplan die zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben der kommenden Monate auf. So machen Sie eine Vorschau („Forecast“) Ihrer Liquidität und setzen damit eine Art Meilensteine für Ihre Finanzentwicklung.

Der Plan sollt sinnvollerweise einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr, eher sogar zwölf Monate im Voraus dokumentieren. Wichtig ist, die Fixkosten und die variablen Kosten möglichst genau zu kalkulieren.

Gerade die variablen Kosten werden häufig übersehen, weil sie entweder unerwartet oder nur quartalsweise oder einmal jährlich anfallen und man sie mental „auf die lange Bank“ schiebt.

Aus der Differenz der erwarteten Ausgaben und Einnahmen erhalten Sie einen Wert über die Deckung Ihrer Liquiditätsmittel. Ergibt sich aus den Liquiditätsplan eine Unterdeckung, besteht dringender Handlungsbedarf. Dann gilt es, eine drohende Insolvenz zu verhindern, für die der Liquiditätsplan ein erster Indikator sein kann.

Die schnelle Umsetzung wirkungsvoller Maßnahmen

Sollte der gemeinsam erstellte Liquiditätsplan signalisieren, dass beispielsweise zusätzliches Kapital nötig ist, Zahlungsziele zu Ihren Gunsten verkürzt werden sollen oder aber auch ein Vollstreckungsaufschub durchgesetzt werden muss, holen Sie sich zeitweise Profis ins Team.

In diesen Fällen kommt es auf die schnelle Umsetzung wirkungsvoller Maßnahmen an ‒ und auf Expertenwissen, das Ihnen den Rücken stärkt. Wir können das.