PRÄVENTIVE MAßNAHMEN IN AKTIENGESELLSCHAFTEN

Wie Sie eine Aktiengesellschaft umsichtig führen

In der Regel sind Aktiengesellschaften keine kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), sondern Unternehmen einer gewissen Größe bis hin zu weltweit operierenden Konzernen. Selbstverständlich unterliegt auch eine AG den Regeln ordnungsgemäßer Geschäftsführung und damit der Corporate Governance.

Alles, was eine Aktiengesellschaft betrifft, regelt das Aktiengesetz (AktG). Danach ist die AG eine “Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit” (juristische Person). Für ihre Verbindlichkeiten haftet den Gläubigern nur das Gesellschaftsvermögen (§ 1 AktG). Die AG ist eine Kapitalgesellschaft, die von den Anteilseignern (Aktionären) mit Eigenkapital ausgestattet wird. Sie investieren ihr Kapital in das Unternehmen und erhalten dafür Dividenden.

Die Geschäftsanteile in Form von Aktien werden in der Regel an der Börse öffentlich gehandelt. Deshalb kann sich eine AG auch relativ rasch benötigtes Kapital besorgen. Als AG firmieren überwiegend große Unternehmen, die einen starken Kapitalbedarf haben und für die sich diese Rechtsform besonders gut eignet.

Die Organe einer AG sind die Hauptversammlung, auf der die Aktionäre durch das Ausüben ihres Stimmrechts Entscheidungen treffen können sowie der die Geschäfte führende Vorstand und der Aufsichtsrat als Kontrollgremium.

Wie ein Unternehmen geleitet und überwacht werden soll, bestimmt eine Vielzahl von nationalen und internationalen Regeln, Grundsätzen und Werten, die als Corporate Governance (Grundsätze der Unternehmensführung) bezeichnet werden.

Eine der wichtigsten Corporate-Governance-Vorschriften ist die Entwicklung eines Kontrollsystems zur Einhaltung von Wettbewerbsregeln (Compliance) sowie zum angemessenen Umgang mit Risiken. Zentrale Normen enthält vor allem das Aktiengesetz (AktG).

Weitere Bestimmungen finden sich u. a. im Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG, 1998), im Gesetz zur weiteren Reform des Aktien- und Bilanzrechts, zur Transparenz und Publizität (TransPuG, 2002), im Bilanzrechtsreformgesetz (BilReG, 2004) und im Vorstandsvergütungs-Offenlegungsgesetz (VorstOG, 2005).

Seit 2002 gibt es den Deutschen Corporate Governance Kodex, der die gesetzlichen Vorschriften zur Leitung und Überwachung börsennotierter Gesellschaften sowie national und international anerkannter Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung in Form von Empfehlungen und Anregungen umfasst.

Der Kodex gilt als Ausdruck einer Selbstverpflichtung der Wirtschaft zu guter Corporate Governance und wird jedes Jahr fortgeschrieben. Für die konkrete Ausgestaltung sind Aufsichts- oder Verwaltungsrat verantwortlich, für die Umsetzung die Unternehmensführung.

In einer AG ist der Umgang mit Risiken innerhalb der Corporate Governance gesetzlich geregelt. Eine Überprüfung, bevor ein Problem auftritt, kann angezeigt sein. Der Umgang mit Risiken ist im Aktienrecht verankert. Zu den vielen Vorschriften zählen auch das systematische Betreiben eines Risikomanagements und einer konsequenten Insolvenz-Prophylaxe.
Dabei muss die Unternehmensleitung eine Menge an zum Teil divergierender Interessen miteinander in Einklang bringen. Denn nicht immer haben die Shareholder einer AG dieselben Ziele wie die Stakeholder, etwa wenn sich eine Krise abzeichnet und es zu einer drastischen Kostenreduzierung kommen muss, die zwar ‒ für die Aktionäre erfreulich ‒ das Geschäftsergebnis ins Positive dreht, aber ‒ für Mitarbeiter und Betriebsrat katastrophal ‒ mit dem Verlust von Arbeitsplätzen verbunden ist.
Ein Shareholder hält Anteile an einem Unternehmen, etwa Aktien einer Aktiengesellschaft. Seit Mitte der 1980er Jahre ist der Shareholder Value (Aktionärswert) zu einem Maßstab für wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmensführung geworden, die den Marktwert des eingesetzten Eigenkapitals steigern soll. Er wird in einem komplizierten Verfahren ermittelt und zielt weniger auf eine kurzfristige Steigerung des Börsenkurses ab, sondern soll sich langfristig in der Wettbewerbsstärke und der Profitabilität des Unternehmens ausdrücken.
Stakeholder sind Vereine, Verbände, Behörden, Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden, die ein „berechtigtes“ Interesse an Ihrem Unternehmen und seiner Geschäftsentwicklung haben. Stakeholder sind also nicht nur Externe. Es gibt auch „interne Stakeholder“, Menschen, die persönlich im und am Unternehmen mitwirken, also das Management, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Eigentümer.

Strategische Unternehmensplanung, Kennzahlen und Frühwarnsystem sind wichtig


Im Interesse aller ist es jedoch, das Unternehmen durch strategische Unternehmungsplanung dazu zu führen, das Unternehmensziel zu erreichen, den Unternehmenswert zu steigern und Gefahren abzuwehren. Dazu müssen die Kennzahlen stimmen, die übrigens bei der gebotenen Transparenz die Aktionär mitlesen können müssen. Und es muss ein Frühwarnsystem installiert sein, das Krisensymptome identifiziert, eine Krisenfrüherkennung möglich macht und das dann notwendige Krisenmanagement unterstützt.

Hauptproblem Liquidität

Als Sanierungsberater wissen wir, dass eines der Hauptprobleme oft in der Liquidität liegt. Das Damokles-Schwert der Insolvenz schwebt in vielen Fällen viel früher über dem Unternehmen als die Verantwortlichen glauben wollen. Halten Sie deshalb zwei Gebote unbedingt ein:

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Finanzsituation im Blick!

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