LAND IN SICHT! DER INSOLVENZ VORBEUGEN

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Der Insolvenz vorzubeugen ist besser als es zu liquidieren.

Insolvenzen kann man vorbeugen. Dazu gehört insbesondere eine strategische und selbstkritische Herangehensweise. Fehler zu machen ist menschlich, aus diesen jedoch zu lernen ist schlau.

Dies ist auch als Unternehmer wichtig, da die Wiederholung von Fehlern Sie unter Umständen einiges an Zeit und Geld Kosten kann.

Unterschätzen Sie niemals die Prophylaxe

Risikomanagement gehört in gesunden Zeiten dazu!

Als Geschäftsführer sollten Sie möglichst ein Experte für Risiko sein und sich gegen verschiedene Szenarien wappnen, bzw. einen Überblick darüber haben, wie wahrscheinlich diese eintreten können. Beispiele dafür sind beispielsweise das plötzliche Ableben einer wichtigen Person in Ihrem Unternehmen, aber auch der Weggang von Schlüsselfiguren im Unternehmen zu einem Wettbewerber. Beide Fälle können für Sie einige Nachteile bedeuten, wenn Sie sich nicht vorab mit deren Möglichkeit beschäftigen und sich überlegen, wie sie in einem solchen Fall handeln können.

Prozesse optimal gesteuert?

Innovativ genug?

Digitalisierung genutzt?

Lieferanten bei Laune gehalten?

Beschäftigen Sie sich mit den eigenen Prozessen.

Diese können marode sein oder es bedarf nur der minimalen Änderung. In jedem Fall kann es nicht schaden, wenn Sie ihr Unternehmen selbstkritisch beobachten und mit Aspekten des Change Managements vertraut sind.

Dadurch können Sie ihr Unternehmen flexibler steuern und eher auf Veränderungen im Markt reagieren.

Umsatzplanung? Produktmarketing? Vertriebsstrategie?

Natürlich ist auch ihr Umsatz sehr wichtig. Als Unternehmer müssen Sie allerdings etwas vorausplanen; in welchem Umfang hängt beispielsweise von der Größe ihres Unternehmens ab, aber auch von der potenziellen Saisonalität ihrer Produkte.

Meist gibt es Monate, welche finanziell besser laufen und branchenspezifische Monate, die schwächer performen. Sie sollten versuchen, diese Monate abzuschätzen und Reserven zu schaffen, sodass ihnen auch bei weniger Umsatz keine finanziellen Engpässe entstehen.

Auskunfteien: Behalten Sie die Solvenz von Kunden im Auge

Manchmal kann die Insolvenz eines Kunden ein anderes Unternehmen in finanzielle Schieflage bringen. Wenn das bei ihnen der Fall sein könnte, so überlegen Sie sich vorab, wie Sie ein solches Szenario handhaben würden.

Darüber hinaus gibt es auch Auskunfteien, über die Sie Informationen über die Solvenz von Unternehmen erhalten können.

Es hilft, zu wissen, welche Anzeichen es für eine Insolvenz gibt, um diese nicht nur bei dem eigenen Unternehmen, sondern auch bei anderen zu erkennen.

Dazu zählen beispielsweise durchwachsene Qualität des Produktes, Lieferprobleme, schlechtes Management, eine unzufriedene Belegschaft und natürlich Zahlungsprobleme.

Bonität von Lieferanten überprüft? Anzeichen für Misswirtschaft?

Insolvenz kann auch einen Lieferanten betreffen. Das kann Sie deshalb ebenfalls in Misslage bringen. Hier hilft es, wenn Sie vorab überprüfen, wie aufwändig es ist, andere Lieferanten zu finden und zu beauftragen, bzw. wie die Qualität von deren Ware aussieht.

Diversifizieren Sie ihren Kundenstamm!

Ebenso wichtig ist Diversifikation, was Kunden angeht. Wenn Sie nur einen oder zwei sehr große Kunden haben, sind Sie einer gewissen Gefahr ausgesetzt, wenn diese sich von ihnen abwenden. Vereinbaren Sie Kündigungszeiten von Lieferverträgen!

Darüber hinaus finden sich längerfristige Kunden zumeist nicht von Heute auf Morgen. Deswegen sollten Sie mehrere Kunden haben, sodass Sie den Wegfall von einem locker abfedern können und nicht Gefahr laufen, eine Absatzkrise zu erleben.

Warenkreditversicherung - Schützen Sie sich vor Zahlungsausfall!

Haben Sie schon mal von einer Warenkreditversicherung gehört? Diese kann ihnen dabei helfen, sich gegen zahlungsunfähige Kunden zu schützen.

Ebenso wichtig ist natürlich, dass ihr eigenes Controlling funktioniert, sodass Sie ihre Ausgaben und Einnahmen stetig im Blick behalten.Es kann außerdem helfen, wenn Sie einen Liquiditätsplan ausarbeiten.

Einem Kunden Skonto, also eine Ermäßigung bei schnellerer Zahlung, einzuräumen kann für beide Seiten eine lohnende Idee sein.

Ebenso sollten Sie ausstehende Rechnungen eintreiben. Dies kann durch ein ordentliches Mahnwesen funktionieren.

Forderungen können auch abgetreten werden, wie z.B. durch Factoring und stellt eine weitere Alternative dar, um schneller an sein Geld zu gelangen.

Anzahlungen sowie Bürgschaften können ihnen ebenfalls dabei helfen, das eigene finanzielle Risiko besser abzusichern. Es kann darüber hinaus Sinn machen, Vorkasse oder eine Anzahlung zu veranschlagen.

Im Konfliktfall: Ist ein Vergleich möglich?

Falls Sie oder ein Kunde Schulden haben, welche Sie nicht bedienen können, versuchen Sie sich auf einen Vergleich einzulassen. Dies kann immer noch schneller gehen, als ein Gerichts- oder Insolvenz-Verfahren und 50% von Summe X sind immer noch besser als 0% von Summe X.