KRISENKOMMUNIKATION

Krisenkommunikation ist Chefsache


Ein Chef, der beginnende Krisen verschweigt, verharmlost, beschönigt, der weinend zurückschaut auf gute alte Zeiten, der sich gegenüber Mitbewerbern oder “der Marktsituation” als Opfer aufspielt oder der gar jegliche Marktentwicklung negiert und dabei laut: “never change a winning team” ruft, hat keine Chance auf langfristige Sicherung seines Unternehmens und aller Arbeitsplätze.

Schönreden und Schweigen sind tabu.


Wer als Chef während einer beginnenden Krise schweigt oder sich sogar selbst weigert,
Krisensignale als solche zu erkennen, überlässt die Deutungshoheit über die “Situation” anderen.

Dies ist die Stunde des Mitbewerbs, der frustrierten Mitarbeiter, der Branchen-Nachrichtenblätter und der auf Ihr Geld wartenden Lieferanten.

Schneller als je zuvor erobern Gemauschel und Gerüchte das “Gehirn der Öffentlichkeit”. In Bewertungsforen, bei Branchentreffen, in den Sozialen Medien, in der Umgebung der Lieferanten und bei den eigenen Mitarbeitern steigen Misstrauen, Angst und Aggression.

Ein guter Chef zeigt gerade in der Krise, was ein guter Chef täglich können muss: Mitarbeiter und andere Stakeholder sind im Zentrum seines Interesses. Er strebt Kontrolle über die Situation an und gibt das auch allen in seiner Umgebung bekannt, auch dem Betriebsrat; stets zuerst den Mitarbeitern (Ausnahmen bei rechtlichen Vorgaben zur Publizitätspflicht). Der Chef wacht über sein Image und das seiner Abteilungen. Lieferanten, Kunden und externe Berater werden rechtzeitig einbezogen. Kluge Chefs delegieren die Krisenkommunikation an erfahrene PR-Leute. Brisante Informationen und Gerüchte werden so unschädlich gemacht.

Krisenkommunikation – immer die erste Idee und oft die letzte Rettung!

Bei der sofortigen Krisenkommunikation geht es um Vertrauensarbeit. Aus drei Gründen ist sie die letzte Rettung:

Skandale, Misswirtschaft und Bedrohung durch externe Faktoren sind heute nicht mehr zu verstecken; Compliance und offensives Fehlermanagement sind Image-Faktoren geworden. Das ist – langfristig gedacht – für alle Unternehmen förderlich.
Allgemeine Moral, ein Teil der Öffentlichkeit sowie ein großer Teil der Verbraucher jubeln ohnehin unisono, wenn eine Misswirtschaft auffliegt. Uneingestandene Neid-Dispositionen, offene Angst um Arbeitsplätze sowie ökonomisch-volkswirtschaftliche Bedenken mögen dabei zusammenwirken.
Das Unternehmen selbst riskiert – denken Sie an Diesel-Gate oder Fukushima – sein bis dahin aufgebautes positives Image durch Schweigen, Lügen und Vertuschungsversuche.

Adressaten von Krisenkommunikation


  • Mitarbeiter, die von der Krise betroffen sein können oder als Informations-Multiplikatoren agieren
  • Investoren, also Aktionäre, Banken und sonstige Kapitalgeber oder deren Interessenvertreter
  • Medien, wie Zeitungen, Zeitschriften, Internet-Portale, Radio oder Fernsehen, die die Öffentlichkeit informieren
  • Geschäftspartner, mit denen das Unternehmen in irgendeiner Form zusammenarbeitet
Unterschiedliche Krisen – unterschiedliche Kommunikation

PR-Manager und Presseabteilungen müssen mit verschiedenen Arten von Krisen umgehen:

Pleiten und Insolvenzen, die oft mit dem Verlust von Arbeitsplätzen einhergehen
Skandale wie Korruption, andere illegale Machenschaften oder Lustreisen
Störungen wie technische Unfälle oder Unfälle durch menschliches Versagen

Imageverlust durch falsche Kommunikation


Wer unaufgefordert, offen und öffentlich zum eigenen Problem steht, reduziert sein Problem. Wer dagegen den Kopf in den Sand steckt, auf Rettung von außen wartet und sich gegenüber äußeren Faktoren innerlich als Opfer aufspielt, wirkt arrogant, unfähig, klein und ignorant. Er befeuert Gerüchte, die das Problem verschärfen – und eventuell unlösbar machen.

Dazu gehören vor allem:

Die Verantwortung für eigenes Missmanagement wird auf externe Faktoren geschoben: “Mit einem solchen Sturm konnte keiner rechnen” (Fukushima-Manager in der ersten Pressekonferenz nach der Havarie 2011) Das Unternehmen muss sich entschuldigen, Mitleid ausdrücken – und das möglichst authentisch.
Formulierungen wie: „Solche Absprachen sind normal und sichern Arbeitsplätze“ sind absolut fehl am Platz und erwecken den Eindruck, man wolle nur die eigene Haut retten. Das bringt keine Sympathiepunkte.
Nehmen Sie Kritiker ernst und bringen Sie ihnen Verständnis entgegen. Unternehmen in der Krise sind nicht in der Position, Gegenkritik zu äußern und mit dem Finger auf andere zu zeigen.
Nur das zugeben, was ohnehin schon offensichtlich ist, bringt niemanden weiter. Alle Umstände müssen sofort auf den Tisch gelegt werden – sonst drohen Gerüchte.
Krisen möchten nicht herbeigeredet, sondern gelöst werden. Schlafende Hunde zu wecken ist so gefährlich und unnütz wie bellende Hunde zu überschätzen. Wer also zu früh die Krise öffentlich bespricht, verunsichert relevante Personengruppen ebenso wie der, der zu spät oder gar nicht kommuniziert.

Unsere Leistungen

Umfassende
Sanierungsberatung

Wir helfen Ihnen, die Chancen in der Krisenzeit zu identifizieren. Nutzen Sie vorhandenes Potenzial, um Ihr Unternehmen wieder auf den richtigen Kurs zu bringen.

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Ideale
Prävention

Vorbeugende Maßnahmen gehören zwingend zum erfolgreichen Unternehmensalltag. Seien Sie auf jede Situation ideal vorbereitet – so bringt Sie nichts aus der Fassung.

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Informative
Fachvorträge

Wir informieren Unternehmer auch gern umfassend bei einem Vortrag – ob zur optimalen Vorsorge oder aufgrund akuter Herausforderungen.

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Schutzschirmverfahren & Eigenverwaltung

Behalten Sie die volle Kontrolle über Ihr Unternehmen. Mit dem Schutzschirmverfahren und der Eigenverwaltung erholen Sie sich schnell von der Krise.

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