INSOLVENZ AM HORIZONT?

UNTERNEHMEN IN DER KRISE
6. September 2018
ANGST VOR BANKGESPRÄCH?
5. Oktober 2018

Lesezeit: 2 min

INSOLVENZ AM HORIZONT?

Sicherheiten in Gefahr? Zahlungsunfähigkeit droht – welche Gegensteuerungsmaßnahmen gibt es?

Ein Grossauftrag kann ein sehr schönes Ereignis sein. Sofern Sie keinen Forderungsausfall erleiden. Dies ist manchmal der Fall. Dann sollten Sie sich um ihr Risikomanagement kümmern.

Anzahlungen sind sinnvoll

Sie können beispielsweise eine Ratenzahlungsvereinbarung treffen oder auf einer Anzahlung beharren. Dadurch sichern Sie sich sowohl gegen einen Zahlungsverzug, als auch gegen eine potenzielle Insolvenz seitens des Kunden ab.

Wirtschaftsauskünfte geben Informationen über die Bonität eines Kunden

Es kann Sinn machen, die Solvenz ihres Kunden zu überprüfen, zum Beispiel bei einer Wirtschaftsauskunft. Der bekannteste Dienst ist die Schufa, aber auch Creditreform und Bürgel können zu Bonitätsauskünften verhelfen. Hierbei wird ihnen beispielsweise eine Ausfallwahrscheinlichkeit für die nächsten 12 Monate, sowie Geschäftszahlen des Unternehmens mitgeteilt. Diese Auskünfte werden jedoch nur für Bonitätsprüfungen gegeben.

Dafür muss nach dem Bundesdatenschutzgesetz ein berechtigtes Interesse nachgewiesen werden. Dazu zählen beispielsweise laufende Geschäfte, aber auch Geschäftsanbahnungen. Darüber hinaus erhalten Sie auch im Unternehmensregister des Bundesanzeiger Verlags weitere Informationen über Unternehmen. Hier finden Sie beispielsweise Informationen über Finanzberichte, sowie Registerbekanntmachungen.

Meilensteinzahlungen sind eine gute Idee

Eine weitere Möglichkeit sind Meilensteinzahlungen. D.h. vor Beginn der Zusammenarbeit legt man bestimmte Zwischenziele fest. Wenn diese erreicht sind, wird der vorab festgelegte Betrag vom Kunden entrichtet. So kann der Kunde die Leistung begutachten und der Leistungserbringer/Verkäufer muss nicht bibbern, ob und dass die große Rechnung irgendwann mal bezahlt wird.

Schon mal von der Preisgleitklausel gehört?

Bei einem Vertrag lohnt es sich ebenfalls vorausschauend zu agieren. Das heisst beispielsweise, dass Sie den Gerichtsstand in ihre Nähe legen, da diese zumeist beim Gericht des Sitz des Unternehmens ist. Dadurch wird ein Gerichtsprozess aufwändiger für den Kunden. Um ihre Materialkosten abzusichern, kann es Sinn machen, eine Preisgleitklausel einzubauen.

Diese ermöglicht es ihnen, den Preis ihrer Ware anzuheben, wenn der Preis für die Herstellung ebenfalls steigt. Das kann entweder aufgrund des Rohstoffes geschehen, dann spricht man von einer Stoffpreisgleitklausel oder wegen steigenden Löhnen, in welchem Fall man von einer Lohnpreisgleitklausel spricht.

Diplomatie kann helfen. Ein gerichtlicher Mahnbescheid ebenfalls.

Wenn Grosskunden nicht zahlen möchten, gibt es verschiedene Herangehensweisen. Es empfiehlt, sich Diplomatie walten zu lassen und die Gründe dafür herauszufinden. Liegt es an dem Produkt, bzw. ist ein Problem mit ihrer Leistung vorhanden? Dann ist es an ihnen, ebendieses zu beheben, da auch ein Lieferant gewisse Pflichten hat. Möchte der Kunde einfach nicht zahlen, so haben sie verschiedene juristische Möglichkeiten.

Sie können beispielsweise einen gerichtlichen Mahnbescheid erwirken. Dieser wird dann dem Schuldner zugestellt. Hiergegen kann er Widerspruch einlegen. Tut er dies nicht, so wird ein Vollstreckungsbescheid zugestellt. Dieser kann auch angefechtet werden. Passiert das nicht, kann ein Gerichtsvollzieher mit der Pfändung beauftragt werden. Falls der Schuldner Widerspruch einlegt, muss der Gläubiger vor Gericht ziehen.

Versicherungen können Ihnen mit verschiedenen Risiken helfen

Es gibt verschiedene Versicherungsarten, welche Sie vor einem Zahlungsausfall schützen können, teilweise sogar staatlich ermächtigte, in Deutschland ist das Euler Hermes.

Ein Beispiel für eine sinnvolle Versicherung, sofern Sie Export betreiben, ist eine Exportkreditversicherung. Diese sichern manche ihrer Exportisiken ab, das könnten Zahlungsaufall oder Zahlungsverzug sein, ebenso wie politische Risiken oder ein Fabrikationsrisiko.

Es empfiehlt sich, genau zu lesen, welche Risiken abgedeckt werden und welche Bedingungen, die Versicherungen stellt, bzw. ab wann der Versicherungsschutz greift. Nichtsdestotrotz kann eine Exportkreditversicherung Sinn ergeben. Eine weitere potenziell hilfreiche Versicherung ist eine Delkredeversicherung. Diese richtet sich explizit an potenzielle Forderungsausfälle und die Absicherung ebendieser. Diese Versicherungen kommen auch beim Factoring zum Einsatz und können ihnen beim Forderungsmanagement durchaus behilflich sein.

Außergerichtliche Streitbeilegung

Darüber hinaus gibt es andere aussergerichtliche Instanzen, welche ihnen bei der Forderungseintreibung behilflich sein können. Dazu zählt ein Anwalt, aber auch Inkassounternehmen, Kammern, oder Mediatoren können je nach Sachlage helfen und schlichten.