UNTERNEHMENS-KRISEN BEWÄLTIGEN

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Lesezeit: 6 min

DIE UNTERNEHMENS-KRISE UND DEREN BEWÄLTIGUNG IM TURNAROUND

Die Unternehmenskrise und ihre Bewältigung im Turnaround

Ja, es stimmt: Unternehmenskrisen sind wie Krankheiten: Sie passieren einfach. Und wenn es schon so weit ist, dann hilft es, ebenso wie bei Krankheiten herauszufinden, was die Krise verursacht hat und wie sie sich in Zukunft vermeiden lässt.

Zum Glück führt nicht jede Krankheit zum Tod und nicht jede Unternehmenskrise zur Insolvenz und zum wirtschaftlichen Zusammenbruch. Denn den kann man verhindern – sofern man frühzeitig handelt.

Zuerst gilt:

Probleme analysieren, Ursachen finden

Meistens beginnt es damit, dass es irgendwo weh tut – in einer Krankheit genauso wie in einer Krise. Jetzt müssen Sie, wie es der Arzt tut, eine – Krisendiagnose stellen und den Krisenursachen nachspüren. Mit anderen Worten: Sie führen eine Fehleranalyse durch. Dabei hilft Ihnen am besten eine Balanced Scorecard, weil sie schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt die entscheidenden Kennzahlen zeigt und die ersten Warnsignale anschaltet. Wenn Sie keine nutzen und bislang kein oder nur ein halbherziges Risikomanagement betrieben haben, macht Sie kein Frühwarnsystem auf Ihre bedenkliche Lage aufmerksam. Sie werden überrascht, und das äußerst unangenehm.

Die Meilensteine sind in vielen Unternehmen häufig ähnlich: Erst registrieren Sie, aus welchen Gründen auch immer, eine Absatzkrise bei Ihren Produkten und Dienstleistungen, dazu kommt es auf der Seite Ihrer Forderungen zu einer Zahlungsstockung, die Kunden überweisen zögerlich, verspätet, nur teilweise oder überhaupt nicht.

Die Folge: ein Umsatzrückgang, da aber Ihre Kosten weiterlaufen, eine Deckungslücke, die Ihnen eine saftige Ertragskrise beschert, und dann, die Zahlungsunfähigkeit.

Das Kernziel:

Wieder Liquidität herstellen und Gewinn erzielen

Ihre Reaktion kann nur sein:
So schnell wie möglich raus aus der Krise! Gefragt ist ein entschiedenes Krisenmanagement.

Ihr Kernziel:
Kurzfristig die Liquidität wieder herstellen und mittelfristig wieder Gewinn erzielen.

Sie und Ihr Unternehmen müssen zu einem aufmerksamen und geordneten Liquiditätsmanagement zurückkehren. Dies geschieht mit einem Bündel von Liquiditätsmaßnahmen und einem planvollen Restrukturierungsverfahren. Sie starten mit einem Kassensturz. Und das schonungslos; denn Sie müssen unbedingt wissen, was ist, damit Sie erkennen können, was Sie anzugehen und zu ändern haben.

Ausgaben und Einnahmen unter die Lupe!

Befassen Sie sich mit beiden Seiten der Medaille gleichermaßen intensiv:

Kosten senken.

Verbessern Sie Ihre Ausgabenseite durch nachhaltige Kostenreduzierung bei der Herstellung von Produkten und beim Erbringen von Dienstleistungen. Handeln Sie mit Ihren Lieferanten ein höheres Skonto oder bessere Lieferbedingungen aus. Und sorgen Sie bei allem, was einige Nummern kleiner geht oder ganz verzichtbar ist, für eine Kosteneinsparung. Das bedeutet Straffung der Geschäftsprozesse, Verbesserung der Logistik, das Streichen von Arbeitsplätzen und vielleicht sogar der Marktausstieg.

Einnahmen steigern.

Führen Sie eine kritische Forderungsbewertung durch, versuchen Sie, Ihre noch offenen Forderungen einzutreiben, prüfen Sie die Möglichkeiten von Factoring und verlangen Sie künftig Vorausanzahlungen und Vorkasse von Ihren Kunden. Grundsätzlich sollten Sie auch Ihre Preispolitik überdenken und Preisanhebungen versuchen, wenn Sie diese auf dem Markt durchsetzen können. Sie können auch neue Produkte und Dienstleistungen in neuen Märkten in Ihr Kalkül ziehen.

Vier Fragen an den Unternehmer in Ihnen

Kosten senken und Einnahmen steigern ‒ diese beiden Hausaufgaben haben absolute Priorität. Daneben stellen sich jedoch auch weitere Fragen, die Sie als Unternehmer herausfordern:

Frage 1:

Sollen Sie investieren oder sparen?

Einer der wichtigsten Aufgaben jedes Unternehmers ist es, eine gute Balance zwischen konservativem Geldmanagement und sinnvollen Investments zu finden. Letzteres ist geboten, wenn die Anschaffung von Maschinen und hochwertiger Technologie für den Fortbestand ihres Unternehmens von immenser Bedeutung ist. Investieren Sie mit Augenmaß und denken Sie daran: Es kann sinnvoll sein, manche Anschaffungen nicht zu kaufen, sondern zu leasen.

Frage 2:

Wie können Sie zusätzliches Kapital erhalten?

Wenn Sie „fresh money“ brauchen, können Sie beispielsweise versuchen, einen Kredit aufzunehmen. Alternativ besteht die Möglichkeit, sich einen Investor zu suchen, Anleihen zu emittieren oder eine Kapitalerhöhung durchzuführen. Falls vorhanden und wirtschaftlich sinnvoll, können Sie auch den Verkauf unternehmenseigener Immobilien in Erwägung ziehen.

Frage 3:

Müssen Ihre Geschäftsprozesse neu definiert werden?

Sofern Ihre Abläufe zu umständlich sind, zu viel Zeit erfordern und zu hohe Kosten verursachen, dann streichen Sie alles, was unnötig ist, straffen sie, wo auch immer er geht, und setzen neue effizientere und effektivere Geschäftsprozesse auf.

Frage 4:

Kann für Sie eine Ausgründung in Betracht kommen?

Intern ‒ von der Unternehmensseite her ‒ und extern ‒ vom Markt her ‒ kann es sich durchaus anbieten, eine einzelne Sparte vom Mutterunternehmen abzutrennen. Voraussetzung: Der Ableger ist zukunftsfähig und für den Markt interessant. Mit dem richtigen Unternehmensziel und einem passenden Geschäftsplan kann diese Ausgründung (engl. „Spin Out“ oder „Spin Off“) durchaus Erfolg haben und damit das Mutterunternehmen stützen. Den Start erleichtern können hier ein Existenzgründerdarlehen und ein mögliches öffentliches Förderprogramm.

Sanieren mit Plan und Berater

Bevor überhaupt eine Unternehmenssanierung und Unternehmens-Restrukturierung angegangen werden kann, untersuchen die Geschäftsverantwortlichen sämtliche Stärken und Schwächen in einer SWOT-Analyse. So lässt sich feststellen, ob man dem Betrieb die Sanierungswürdigkeit zusprechen kann oder er ein hoffnungsloser Fall ist. Dann wird die Sanierungsfähigkeit an Hand der Stärken und Schwächen konkret ermittelt. Ist die Fortführungsprognose positiv, dann ist ein Sanierungsplan zu entwickeln, nach dem jede definierte Sanierungsmaßnahme exakt abgearbeitet wird.

Im Insolvenz-Verfahren können Sie können mittels einer Sanierung in Eigenverantwortung einen Turnaround Ihres Unternehmens erreichen.

Denken Sie daran, dazu wichtige Beteiligte ins Boot zu holen: Ihre Shareholder, Ihre Stakeholder und uns, Ihre Berater.

Denn mit Weitsicht und professioneller Hilfe können wir gemeinsam Ihre Krise bewältigen.