DIE GRÖSSTEN UNTERNEHMERFEHLER:
SCHULDEN

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Lesezeit: 5 min

SCHULDEN

Serie: die größten Unternehmerfehler

Im Zuge der Finanzkrise sind nicht nur Staats-, sondern auch Unternehmensschulden drastisch angestiegen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Teurer werdende Kredite, fehlgeschlagene Investitionen, aber auch hohe Ausgleichszahlungen und Nachforderungen des Finanzamts. Bei uns erhalten Sie Unterstützung, wenn Ihr Unternehmen in Schieflage geraten ist.

Schulden sind existenzbedrohend

Bei Analysen von Verbindlichkeiten zeigt sich regelmäßig, dass es nicht die eigentlichen Schulden sind, die Unternehmen in ihrem Fortbestehen bedrohen. Schließlich weisen auch große Konzerne wie die Deutsche Telekom, BMW, Fresenius und Siemens sowie die deutsche Reederei Hapag-Lloyd (knapp 6 Milliarden EURO) in ihren Bilanzen Verbindlichkeiten im mehrstelligen Milliardenbereich aus. Der eigentliche Problemkern ist das Schulden-Gewinn-Verhältnis. Als bedenklich gilt Faktor 3 aufwärts.

Das bedeutet zunächst, dass Schulden für Unternehmen vor allem dann problematisch werden, wenn die Gewinne rückläufig sind und offene Forderungen nicht mehr bedient werden können. Sieht man dann noch einmal ein wenig genauer hin, stellt man fest, dass die Probleme oft schon früher beginnen - nämlich bei den Krediten.

So bietet beispielsweise eine Vielzahl von Banken Förderkredite an, mit denen Unternehmensgründer förmlich zum Schuldenmachen erzogen werden. Nur wenige Gründer stellen sich die Frage, welche Ausgaben tatsächlich erforderlich sind und wie sie sie mit möglichst geringem Risiko refinanzieren.

Laufzeiten von Krediten oft problematisch

Grundsätzlich ist der Zinssatz für einen Kredit umso höher, je länger die Laufzeit ausfällt. Muss ein Unternehmer über einen längeren Zeitraum viele Kredite bedienen, trägt er entsprechend höhere Kosten und ein höheres finanzielles Risiko.

Gefährlich wird es, wenn der Unternehmer einen variablen Zinssatz wählt (sog. Leveraged Loans) und auf ein weiteres Absinken der Zinsen spekuliert. Tritt diese Entwicklung nämlich nicht ein, werden seine Kredite teurer. Stehen bereits wenige liquide Mittel zur Verfügung, besteht die Gefahr, Verbindlichkeiten nicht mehr begleichen zu können.

Viele Unternehmer machen an dieser Stelle gravierende Fehler. Oft werden auf Pump Ausstattungen erworben, die zur Erfüllung des Unternehmenszwecks nicht zwingend erforderlich sind. Da die Kredite bei größeren Anschaffungen außerdem oft nicht schnell zurückgezahlt werden können, fallen die Zinsen entsprechend höher aus. Stehen im Zuge dieser Entwicklung weniger liquide Mittel zur Verfügung, besteht ferner die Gefahr, dass keine ausreichenden Rücklagen gebildet werden und außergewöhnliche Belastungen deutlich schwerer kompensiert werden können.

Ein weiteres Problem ist die unter immer mehr Unternehmern verbreitete Gier nach Steuerersparnissen. Damit reduzieren sich auch die Möglichkeiten, von Abschreibungen und Zinsen zu profitieren.

Schulden effektiv vorbeugen

Das Thema Schulden ist eine komplexe Problematik, die sich auf eine Vielzahl von Unternehmensbereichen erstreckt. Entsprechend wichtig ist es, sich bei einer Schieflage professionelle Hilfe von einem Experten zu suchen.

Zunächst einmal gilt natürlich immer das Prinzip der Vorsorge. Beachtet man einige grundsätzliche Dinge, sichert man sich gegen viele Risiken schon gut ab:

  • Vor jeder Investition Frage stellen, ob sie wirklich nötig ist
  • Nicht auf günstige Zinsen, sondern auf Höhe der zurückzuzahlenden Kredite achten
  • Möglichst viel eigenes Geld bereithalten
  • Langlaufende Verträge vermeiden, die nach Fehleinschätzungen nicht kurzfristig korrigiert werden können

Der letzte Punkt ist von besonderer Bedeutung. Vor allem Leasing-Verträge sind oft maßgeblich an Schulden beteiligt. Oft werden sie damit beworben, dass sie nichts kosten und sie steuerlich vorteilhaft seien. Fährt ein Unternehmen in Krisenzeiten aber erst einmal Verluste ein, lasten Schulden doppelt schwer auf der Bilanz. Abschreibungen und Zinsen wirken sich nämlich nur bei Gewinnen steuergünstig aus.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass Leasing-Verträge oft unproduktive Kosten verursachen, mit denen kein Geld verdient wird. Hier sind vor allem Kosten für Mieten, Verwaltungsräume, Fahrzeuge und EDV-Ausrüstung hervorzuheben.

Was ist zu tun, wenn es brenzlig wird?

Bei der Schuldenregulierung steht an erster Stelle immer eine umfassende Situationsanalyse. Dabei verschafft man sich einen genauen Überblick über die finanzielle Lage des Unternehmens. Da sämtliche betriebswirtschaftliche Unterlagen sowie alle anderen Dokumente wie etwa liegen gebliebene Post ausgewertet werden, ist für diesen Schritt genug Zeit einzuplanen.

Im Anschluss erstellt man eine Liste mit allen Gläubigern und den Summen, die man jedem einzelnen von ihnen schuldet. Bei Gläubigern handelt es sich in den meisten Fällen um Mitarbeiter, Vermieter, Sozialversicherungsträger oder das Finanzamt.

Auf Grundlage der Situationsanalyse wird im Anschluss ein Abwicklungsplan bzw. ein Plan für eine außergerichtliche Schuldenregulierung erarbeitet. Bei beidem stehen wir Ihnen gern mit Rat und Tat zur Seite.

Diese Möglichkeiten stehen Gläubigern offen

Gläubiger haben verschiedene Möglichkeiten, wenn es darum geht, Forderungen gegen einen Schuldner durchzusetzen.

Schuldanerkenntnis

An erster Stelle erfolgt in der Regel die Forderung eines Schuldanerkenntnisses. Das ist billiger als ein Mahnbescheid und wird nicht an Auskunfteien wie beispielsweise die SCHUFA gemeldet. Wichtig ist hierbei, dass Sie die Höhe der Forderung, Zinsen und Nebenkosten genau überprüfen und das Dokument nicht unüberlegt unterschreiben. Vor allem sollten Sie kein Dokument unterschreiben, in dem Sie alle pfändbaren Bezüge abtreten. Darauf haben die Gläubiger keinen berechtigten Anspruch.

Mahnbescheid

Ein Mahnbescheid sollte zunächst immer auf seine Richtigkeit hin geprüft werden. Stellen Sie sicher, von welchem Gläubiger er kommt und ob tatsächlich ein Anspruch besteht. Auch die Höhe der Forderung ist genau zu prüfen. Wenn die Forderung berechtigt ist, sollten Sie davon absehen, einen Widerspruch einzulegen. Ist sie hingegen unberechtigt, haben Sie bis zwei Wochen nach Zustellung die Möglichkeit, einen Widerspruch einzulegen.

Vollstreckungsbescheid

Auf einen Mahnbescheid folgt üblicherweise ein Vollstreckungsbescheid. Damit kann der Gläubiger die Forderung vollstrecken, die im Mahnbescheid enthalten ist. Prüfen Sie auch hier, ob alle Forderungen gerechtfertigt sind und legen Sie bei Bedarf Widerspruch ein. Beachten Sie aber, dass eine Vollstreckung durch den Gläubiger trotzdem möglich ist, wenn nicht zuvor beim zuständigen Gericht ein Antrag auf einstweilige Einstellung der Vollstreckung gestellt wurde. In diesem Fall ist eine Sicherheitsleistung in Höhe der Forderung zu hinterlegen. Andernfalls sind Sie angehalten, Ihre Verbindlichkeiten unverzüglich zu begleichen.

Eidesstattliche Versicherung

Bei der eidesstattlichen Versicherung handelt es sich um eine schriftliche Erklärung über Ihre gesamten Einkommens- und Vermögensverhältnisse. Gläubiger erhalten damit einen vollständigen Überblick über Ihre verbliebenen pfändbaren Werte. Die Abgabe einer eidesstattlichen Erklärung ist bindend. Kommen Sie der Aufforderung nicht nach, droht ein Haftbefehl. Ebenso machen Sie sich bei Falschauskunft strafbar. Hinweis! Einigen Sie sich mit Ihren Gläubigern, können die ihren Antrag auf Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung zurückziehen. Wichtig ist hierbei aber, dass Sie einen entsprechenden Nachweis beim Gericht vorlegen können.

Das Gerichtsverfahren

Die nächste Stufe ist das Gerichtsverfahren. Ihren Gläubigern steht es jederzeit offen, Klage einzureichen, sofern außergerichtlich keine Einigung erzielt wird. Handelt es sich um ein Verfahren vor einem Landgericht, benötigen Sie eine anwaltliche Vertretung.

Fazit

Bei Schulden handelt es sich immer um eine existenziell bedrohende Situation. Deshalb ist es wichtig, schnell die richtigen Schritte einzuleiten. Wir helfen Ihnen bei all Ihren Fragen weiter und finden gemeinsam mit Ihnen die bestmögliche Lösung.