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IN VERLUSTPHASEN RECHTZEITIG GEGENSTEUERN

Serie: die größten Unternehmerfehler

Länger anhaltende Verlustphasen gehen für Unternehmern immer mit Gefahr einher. In der Realität verschließen aber viele Unternehmer die Augen und verklären sie romantisch als die sprichwörtlichen 7 mageren Jahre, an die sich bald die 7 fetten anschließen werden. Die Folgen sind oft gravierend. Nur die allerwenigsten Unternehmen können sich trotz Verlusten am Markt halten. Deshalb kommt es darauf an, frühzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Verlustphasen halten in den meisten Fällen an

Oft glauben Unternehmer, dass Verlustphasen nur vorübergehend und vor allem in der Anfangszeit ganz normal seien. Der größte Teil davon täuscht sich und erkennt die Folgen erst, wenn es viel zu spät ist.

Deutlich lässt sich das an einem Blick auf die Entwicklung ertragsloser Unternehmen erkennen. Hier zeigt sich, dass die meisten Unternehmen, die zwei Jahre in Folge ein negatives Betriebsergebnis aufweisen, die Verlustphase mit hoher Wahrscheinlichkeit fortsetzen. So zeigt beispielsweise eine Studie der Creditreform Wirtschaftsforschung, dass es nur 28,8 Prozent der Unternehmen nach zwei Jahren anhaltender Verluste schaffen, wieder profitabel zu agieren. Bei dem Rest schließt sich ein weiteres Verlustjahr an.

Außerdem entwickeln sich ertraglose Unternehmen oft deutlich langsamer als der Durchschnitt. Die Unternehmen, die zwischen 2008 und 2010 Verluste verzeichneten, erlebten bis 2016 nur ein Umsatzplus von 5,5 Prozent. Im Durchschnitt lag es bei 22,5 Prozent.

Länger anhaltende Verlustphasen sind dabei nicht zuletzt deshalb gefährlich, weil es sich vielmehr um Symptome denn um die tatsächlichen Problemkerne handelt. Zugrunde liegen können beispielsweise:

  • Zu hohe Verbindlichkeiten
  • Schlechtes Marktumfeld
  • Ineffiziente Prozesse
  • Am Bedarf vorbeigehende Produktentwicklung

Entsprechend kann es auch keine Patentlösungen geben. Hier kommt es immer darauf an, sich genau vor Augen zu führen, wie es zu den Verlusten gekommen ist.

Wer ist betroffen?

Als chronische Verlustbringer bzw. ertraglos bezeichnet man Unternehmen, die während eines dreijährigen Beobachtungszeitraums in jedem Jahr Verluste einfahren.

Überdurchschnittlich häufig sind davon Unternehmen aus dem Dienstleistungsgewerbe betroffen. Weitere Charakteristika, die Verlustunternehmen häufig aufweisen, sind ein Alter von etwa 30 Jahren und eine Bilanzsumme von maximal 2 Millionen Euro. Weiterhin sind Verlustunternehmen häufig fremdfinanziert.

Aktuell zeigt sich die steigende Anzahl an Verlustunternehmen als Folge der Geldpolitik der EZB. Die günstigen Finanzierungskonditionen haben Unternehmen das Überleben ermöglicht, die unter anderen Bedingungen aus dem Markt ausgeschieden wären. Ist dies für den einzelnen Unternehmer mitunter auch ein Glücksfall, ist es unter volkswirtschaftlichem Gesichtspunkt doch problematisch.

Es bleiben Ressourcen gebunden, die anderweitig sinnvoller eingesetzt werden könnten. Auf diese Weise werden wachstumsträchtigere Unternehmen in ihrem Wachstum behindert, da Kapital und Arbeitskräfte in chancenlosen Unternehmen feststecken.

Auf der anderen Seite muss man differenzieren. Gerade junge Unternehmen erwirtschaften in der ersten Zeit ihrer Geschäftstätigkeit noch keine Gewinne und sind Nutznießer günstiger Kredite und Zinsen. Mit zunehmender Marktpräsenz lassen die Verluste tendenziell nach, wenn alle anderen Faktoren stabil sind.

Bei anhaltenden Verlusten ist Initiative gefragt

Zunächst einmal geht es darum, die Gründe für die Verluste zu eruieren. Das können ineffiziente Prozesse, aber auch zu große Kostenstellen oder fehlerhaftes Marketing sein. Wenn es auch nach längerer Suche nicht gelingt, die wahren Ursachen zu finden, sollte man schnell professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Wir beraten Sie bei der Eruierung von Kostenfaktoren und der effektiven Restrukturierung Ihrer Prozesse.

Lassen Sie es nicht erst zu drei verlustreichen Jahren kommen und steuern Sie rechtzeitig gegen. Denn auch das zeigt sich in den Statistiken: Langfristig erfolgreiche Unternehmen betrachten Verlustjahre als Lernprozess. Hier gewinnt man aus einer erfolgreichen Krisenbewältigung Selbstbewusstsein und Stabilität für künftige Probleme.