DIE GRÖSSTEN UNTERNEHMERFEHLER:
FORDERUNGSAUSFÄLLE

RETTUNG IN SICHT!
29. Oktober 2018
DIE GRÖSSTEN UNTERNEHMERFEHLER:
SCHULDEN
6. November 2018

Lesezeit: 3 min

FORDERUNGSAUSFÄLLE

Serie: die größten Unternehmerfehler

Vor allem für KMUs kann der Ausfall einer oder mehrerer Rechnungen verheerende Konsequenzen haben – von einzelnen Zahlungsausfällen bis hin zur Insolvenz. Ein Problem dabei besteht darin, dass viele Unternehmer Forderungsausfälle als unvermeidliche Schicksalsschläge wahrnehmen, gegen die sie sich nicht wehren können. Tatsächlich gibt es aber viele effektive Möglichkeiten, sich zu schützen.

Gründe für Forderungsausfälle

Forderungsausfälle sind existenzbedrohend. Oft gehen Unternehmer in Vorleistung, wenn sie beispielsweise Material beschaffen oder Personalkosten zahlen. Fällt eine Forderung aus, drohen finanzielle Engpässe. Die Gründe für Forderungsausfälle können dabei ganz unterschiedlich sein:

  • Die Forderungen wurden nicht abgesichert.
  • Man hat den Ausreden der Kunden Glauben geschenkt.
  • Man liefert trotz Zahlungsausfällen weiter.
  • Es wurden nicht genügend Informationen eingeholt.
  • Es wurden keine Abschlagszahlungen erhoben.

Bereits anhand dieser kurzen Liste wird ersichtlich, dass fristgemäß geleistete Zahlungen keine Selbstverständlichkeit sind. Hierum muss sich der Unternehmer jederzeit selbst konsequent kümmern. Zwar gibt es auch dann noch keinen hundertprozentigen Schutz, mit ein paar einfachen Mitteln kann er sein Risiko aber deutlich reduzieren.

Der Abschluss einer Warenkreditsicherung

Die erste Möglichkeit, sich gegen Zahlungsausfälle abzusichern, besteht im Abschluss einer Warenkreditsicherung (WKV). Sie deckt Forderungen aus Warenlieferungen und Leistungen ab. Der Unternehmer ist gegen mögliche Zahlungsausfälle geschützt, wenn der Kunde nicht fähig oder willens ist, seine Verbindlichkeiten zu begleichen.

Damit ist eine Warenkreditsicherung eine gute Möglichkeit, einer Existenzgefährdung durch den Ausfall einer oder mehrerer Rechnungen vorzubeugen. Die Kosten für die Versicherung sind im Normalfall sehr viel geringer als die Belastung durch einen möglichen Forderungsausfall.

Im Zusammenhang mit der Warenkreditsicherung ist auch das Factoring hervorzuheben. Dabei verkauft der Unternehmer Forderungen an den Factor und erhält dafür sofortige Liquidität. Die Beitreibung der Forderung übernimmt dann der Factor selbst.

Diese Variante kann gut mit einer Warenkreditsicherung kombiniert werden. So vermeidet man, dass man dem Factor die bevorschusste Summe zurückzahlen muss, wenn es zu einem Zahlungsausfall kommt.

Am sichersten ist es natürlich, wenn man die Wahrscheinlichkeit für einen Zahlungsausfall von Anfang an so gering wie möglich hält. Das klassische Vorgehen ist hier eine Bonitätsprüfung. Man zieht Informationen über den Kunden ein, ehe man den Auftrag annimmt. Diese findet man beispielsweise bei der IHK, im Handelsregister und in Wirtschaftsauskunfteien. Im Handelsregister kann man kostenlos prüfen, ob ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Hier sieht man außerdem, wer das Unternehmen rechtswirksam vertreten darf. Auch weiche Anzeichen wie ein verändertes Bestell- oder Zahlungsverhalten können Warnsignale sein.

Wichtig: Grundsätzlich empfiehlt es sich, auf einen Auftrag zu verzichten, wenn der Kunde eine schlechte Zahlungsmoral hat.

Klare Zahlungsziele festlegen

Zahlungsbedingungen und –ziele sollten vor Auftragserfüllung vertraglich festgelegt werden. So haben Sie sofort Möglichkeiten, die Beitreibung einzuleiten, wenn die Zahlung nicht bis zum gewünschten Zeitpunkt eingegangen ist. Ein schneller Geldeingang kann weiterhin durch Anreize wie Skonto erreicht werden.

Wie das Zahlungsziel genau festgelegt werden sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hierzu gehören unter anderem:

  • Kreditwürdigkeit
  • Intensität der Geschäftsbeziehung
  • Auftragswert
  • Auftragsumfang
  • Auftragsdauer
  • Lieferkonditionen
  • Kapitalausstattung

Die Rechnungsstellung sollte natürlich auch immer unmittelbar nach Leistungserbringung erfolgen. Berechnen Sie die vereinbarten Preise und prüfen Sie, ob alle erbrachten Leistungen vollständig und genau aufgelistet sind. Es ist notwendig, dass die Forderung prüffähig ist. Jeder Fehler kann genutzt werden, um die Zahlung aufzuschieben oder vollständig zu verweigern.

Ihre Zahlungseingänge sollten Sie fortlaufend prüfen. So können sie Zahlungsverzüge schnell feststellen.

Mahnwesen und Forderungsdurchsetzung

Wenn Zahlungsziele überschritten werden, sollten Sie konsequent mahnen. Setzen Sie konkrete Fristen, lehnen Sie Vertröstungen ab, achten Sie aber immer auch auf einen sachlichen Ton. Gerade, wenn es um Forderungen geht, wird es schnell emotional.

Kommen Ihre Schuldner Ihren berechtigten Forderungen trotz aller Vorsorgemaßnahmen nicht nach, setzen Sie sie im Rahmen der Zwangsvollstreckung durch. Voraussetzung hierfür ist ein Vollstreckungstitel, der im Gerichtsverfahren oder durch eine außergerichtliche Einigung erzielt werden kann. Bestreitet der Schuldner die Rechtmäßigkeit der Forderung, streben Sie ein Klageverfahren an.