ANGST VOR BANKGESPRÄCH?

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Lesezeit: 3 min

ANGST VOR BANKGESPRÄCH? – NICHT MIT EINEM SANIERUNGSPLAN!

Wodurch können Unternehmer in Liquiditätskrisen ihre Stakeholder und ihre Bank beruhigen und einbinden?

Haben Sie das Gefühl, es läuft mit Ihrem Unternehmen etwas schief? Oder haben Sie schon Gewissheit, weil ihnen Daten und Fakten signalisieren, dass Sie finanziell in eine Krise schlittern oder sogar ein Insolvenz-Verfahren droht?

In der Liquiditätskrise muss alles auf den Prüfstand

Jetzt sollten Sie Ihre gesamte Unternehmensplanung auf den Prüfstand stellen, Möglichkeiten der Unternehmenssanierung ausleuchten und sämtliche Chancen nutzen, die sich Ihnen bieten.

Nur dann können Sie das Ruder herumreißen, die akuten Liquiditätsengpässe überwinden und den Grundstein für einen erfolgreichen Neuanfang legen. Bei allem will eins bedacht sein – die Liquiditätskrise ist immer die letzte Phase der Unternehmenskrise!

1. Die Aufteilung der Unternehmenskrise in Phasen

Jetzt sollten Sie Ihre gesamte Unternehmensplanung auf den Prüfstand stellen, Möglichkeiten der Unternehmenssanierung ausleuchten und sämtliche Chancen nutzen, die sich Ihnen bieten.

Es gibt viele Arten von Krisen.
Nach dem Standard 6 des Instituts der deutschen Wirtschaftsprüfer gibt es die Stakeholderkrise, Strategiekrise, Produkt- und Absatzkrise, Erfolgs- und Ertragskrise, Liquiditätskrise und letztendlich die Insolvenz. Die Sanierungsbemühungen können bei den jeweiligen Stadien einsetzen:

Stakeholderkrise

Werden die Konfliktpunkte unter den Stakeholdern nicht gelöst, ist die direkte Folge der unbewältigten Konflikte die Strategiekrise. Die häufigsten Warnsignale für eine Strategiekrise ist die fehlende Reaktion auf Marktveränderungen, steigender Wettbewerb und eine Häufung von Reklamationen bzw. Lieferverzögerungen.

Strategiekrise

Stakeholder sind Menschen oder Organisationen wie z. B. Unternehmen, Vereine, Verbände, Behörden, die ein „berechtigtes“ Interesse an ihrem Unternehmen und seiner Geschäftsentwicklung haben. Dazu zählen auch Menschen, die persönlich im und am Unternehmen mitwirken, also das Management, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Eigentümer sowie Geldgeber (Banken, Sparkassen). Kommt es zu Konflikten zwischen den Gruppen oder innerhalb der Mitglieder in den einzelnen Gruppen, können dadurch die Ursachen für existenzielle Krisen ausgelöst werden.

Produkt- und Absatzkrise

Wenn der Unternehmer in diesem Stadium nicht gegengesteuert, rutscht das Unternehmen in die Produkt- und Absatzkrise. Die Umsätze gehen noch weiter zurück und die Erlöse sinken. Der Bedarf an Fredmkapital steigt und die Banken werden auf die Finanzsituation aufmerksam und fangen an Fragen zu stellen.

Erfolgs- und Ertragskrise

In dieser Phase sind erste Auswirkungen der negativen Entwicklung bereits direkt an den Kennzahlen messbar. Das Betriebsergebnis nähert sich der Verlustzone und das Haft- und Eigenkapial wird aufgezehrt.

Liquiditätskrise

Tritt das Unternehmen in die Liquiditätskrise ein, sind die Kassen leer und die Kreditlinien ausgeschöpft. Die Verbindlichkeiten steigen und Forderungen sinken. Die Banken fordern weitere Sicherheiten oder drohen mit Kündigung der Kreditlinien. Lieferanten wollen Sie nicht mehr oder nur gegen Vorkasse beliefern. Löhne werden verspätet ausgezahlt.

Der schnelle Bankkredit zur Insolvenz-Vermeidung

In der Situation hilft Ihnen nur ein Bankkredit zur Insolvenz-Vermeidung. Kommt es zu keiner Kreditbewilligung, kommen Sie nicht umhin zu prüfen, ob für Sie evtl. eine Insolvenz-Antragspflicht zur Insolvenz-Vermeidung besteht.

2. Der integrierte Sanierungsplan als Beruhigungspille

Der Unternehmer ist gut beraten, bei den ersten Anzeichen einer krisenhaften Entwicklung Sanierungsmaßnahmen einzuleiten. Je früher er damit beginnt, desto umfänglicher sind die Handlungsalternativen der Bank wie Still Halten (Aufrechterhalten der Kreditlinie), Begleitung der Sanierung (Kredit) oder ggf. die Stille Liquidation.

(Aufrechterhalten der Kreditlinie), Begleitung der Sanierung (Kredit) oder ggf. die Stille Liquidation. Voraussetzung für eine Kreditvergabe ist die Vorlage eines integrierten Sanierungsplans unter Berücksichtigung der Ergebnis-, Finanz- und Vermögensplanung, wobei keine ernsthafte Zweifel an der Sanierungsfähigkeit aufkommen dürfen.